„Nicht alles, was sich zählen lässt, zählt.
Nicht alles, was zählt, lässt sich zählen.“
Albert Einstein

Klimaschutzkonzept

Die Stadt Ulm hat im Jahr 2015 ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben, um den  lokalen Status  zum Thema Klima zu erheben, und quantitativ anzugeben, wie die Klimabilanz in den kommenden Jahrzehnten verbessert werden kann.

Die Daten wurde im Jahr 2019 erstmalig in der „Energie- und Treibhausbilanz der Stadt Ulm“ aktualisiert, allerdings stammen die neuesten Daten nur aus dem  Jahr 2016. Es wurde im Detail analysiert, aus welchen Quellen die in der Stadt verbrauchte Energie stammt. Diese Daten werden fünf Sektoren zugeordnet, um abzubilden, wo die wesentlichen Verursacher sitzen, und welche Veränderungen notwendig sind, um die Energieverbräuche zu beeinflussen.

Die Herkunft der Energie ist im Diagramm (Slider 1. Diagramm) gezeigt. Da für jede Energiequelle bekannt ist, wieviel CO2 pro Energieeinheit entsteht, kann man daraus eine Darstellung ableiten, die zeigt, wie sich der CO2-Ausstoss auf die verschiedenen Sektoren verteilt  (Slider 2. Diagramm).

Wichtige Schlussfolgerungen aus obiger Untersuchung:

weitgehende Umstellung der Stromproduktion auf reg. Energiequellen ist ein wichtiger Hebel, wenn bei Heizungen und thermischen Industrieprozessen von Öl/Gas auf Strom umgestellt wird, wird der Gesamtstrombedarf  dabei stark zunehmen.

Der PKW-Anteil an der Verkehrsleistung muss stark abnehmen, um in diesem Bereich eine deutliche Reduktion zu erreichen, Ersatz muss über mehr ÖV oder mehr Sharing-Modelle erfolgen, sofern die Gesamtverkehrsleistung konstant bleiben soll. Durch Umstellung der weiter notwendigen  Fahrzeugflotte von fossil auf Elektrofahrzeuge ergibt sich dann eine weitere Verringerung, wobei dies die notwendige Strommenge weiter erhöht.

Der große Anteil der Heizungen am CO2 Ausstoss bietet ebenfalls ein großes Potenzial, dieses kann nur teilweise durch bessere Dämmstandards erzielt werden.  regenerative Brennstoffe als Ersatz für Öl und Gas sind begrenzt, so dass auch hier auf Strom in Form von Wärmepumpen gezielt werden muss. Daraus ergibt sich weiterer Bedarf an Stromerzeugungskapazität.

Aufgrund des geringen Beitrages zum Gesamtbudget wird dieser Sektor in der Folge nicht mehr weiter betrachtet.

Aktuelle Ulmer Klimaziele

Rechnet man die gezeigten Daten auf die Ulmer Bevölkerung um, verursachte jeder Einwohner Ulms im gewählten Referenzjahr 2005 des Berichtes im Durchschnitt einen CO2-Ausstoß von ca. 10 Tonnen. Damit unterscheiden sich die Verhältnisse in der Stadt nur unwesentlich vom Durchschnitt im Bund und im Land Baden-Württemberg.

Das Ulmer Klimaschutzkonzept von 2016 setzte als Ziel eine Reduktion um 2 Tonnen CO2 pro Dekade. Das entspricht in etwa dem Reduktionspfad, der sich ohne zusätzliche Anstrengungen bereits in den Jahren davor entwickelt hatte. Damit würde es bis ca. 2060 dauern, bis Ulm klimaneutral wäre.

Vergleich mit Land und Bund

Gegenüber diesem Ziel sind inzwischen sogar die von der alten Bundesregierung vor der Wahl 2021 gesteckten Ziele anspruchsvoller: demnach soll Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Die Landesregierung möchte dieses Ziel für Baden-Württemberg bis 2040 erreichen.

Gegenwärtig dürfte Ulm sogar das schwache Ziel verfehlen, das 2016 gesetzt wurde. Dabei geht es darum, dass in den nächsten Jahren noch viel mehr erreicht werden muss, um auch unseren Kindern ein gesundes und sicheres Leben zu ermöglichen.

Es ist also dringend geboten, dass die Stadt Ulm sich zu ehrgeizigeren Zielen verpflichtet und Maßnahmen in Gang setzt, um diese Ziele auch zu erreichen. Bisher sind hierzu leider keine wirkungsvollen Ansätze erkennbar, die auf lokaler Ebene wirken könnten.